Quelle: De Roggenmöhme. Eduard Schmelzkopf. 19. Jahrhundert.

Schmelzkopf (1814-1896) ist ein plattdeutscher Dichter revolutionärer Gesinnung aus dem Helmstedter Raum. Mit der Roggenmuhme greift er die Sagenfigur eines weiblichen Feldgeistes auf. Aus germanischer Mythe wird Kinderschreck, praktische Warnung. Gruseln über Sommerähren.

Motiv des Songs: Der Text nimmt den Aberglauben an die Roggenmuhme auf und spielt mit dem jugendlichen Geist des frischen Widerstandes und Widerspruchs. Anstatt sich von dem Kinderschreck abschrecken zu lassen, spielt das „Wir“ im Lied mit der Warnung und dreht sie um. Die Jugendlichen stürzen sich im bewussten und lustvollen Zuwiderhandeln in der Sommerzeit in die Felder und machen dort Party. Sie tun dies, weil es schön ist, gemeinsam draußen zu sein und die Naturphänomene im wahrsten Sinne des Wortes „mit Leib und Seele“ zu genießen.

Mit dem Motto „Rock de Roggenmöhme“ ist die Roggenmuhme nicht mehr Schreckgespenst, sondern fast selbst Gejagte. Wie sehen vorm geistigen Auge Jugendliche durch die Felder laufen, die es auf eine Begegnung mit der früher gefürchteten Roggenmuhme fast anlegen. In dem Lied steckt Befreiung: Das, was Angst macht, wird freundlich konfrontiert. So ist das Stück eine Einladung an seine Hörer, Schwierigkeiten und Schreckensbilder genauer zu betrachten und ihnen positiv entgegen zu treten.

Stimmung: Raps- und Kornfelder im Sommer rund um die Dörfer der Gegend, Partylied, Sommernacht, Liebe, „ein Bett im Kornfeld“, ein wenig Anklang an die Hippie- und Jugendbewegung, 70er-Gefühl, Friedensbewegung, Zusammengehörigkeit, Heimatliebe.

 

Hier könnt ihr den Originaltext herunterladen:

De Roggenmöhme

 

 

Und dies ist unsere Bearbeitung:

Rock de Roggenmeum‘ 

Rock de Roggenmeum‘ -
ach, wat sünd de Feller scheun!

Sömmernacht -
et weiht de Wind -
de Blaumen ruket -
bin weer Kind.

Ik bin mit jüch
nienich alleene.
Wi maket Swung,
rocket de Heie.

Refrain: Rock de Roggenmeum‘ -
ach, wat sünd de Feller scheun!

Wi fänget Maande
in‘n knastigen Boom
un ernt de Sterne
for üsen Droom.

Ich bin mit jüch
nienich alleene.
Wi maket Swung,
rocket de Heie.

Refrain: Rock de Roggenmeum‘ –
ach, wat sünd de Feller scheun!